Schutzhelm
Schutzhelmbestimmungen
Ab 2026 dürfen ausschließlich Schutzhelme, die die Prüfnorm ECE 22-06 Typ P erfüllen, verwendet werden! Helme mit der Prüfnorm ECE 22-05 sind im Motocross-Sport ab 2026 nicht mehr zulässig.
Warum gibt es die neue Norm?
Die ECE 22-05 wurde 2002 eingeführt. Seitdem haben sich sowohl die Sicherheitsanforderungen als auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse erheblich weiterentwickelt. Neue Aspekte wie Rotationskräfte bei Unfällen und fortschrittlichere Materialien werden nun durch die neue Norm berücksichtigt.
Nachfolgend sind die wesentlichen Unterschiede zwischen alter und neuer Norm kurz zusammengefasst:
- Zusätzliche Prüfpunkte: Bei der ECE 22-06-Norm wird der Helm an 12 zusätzlichen Punkten getestet. Zuvor waren es nur 5 feste Aufprallpunkte.
- Rotationsprüfung: Neu ist die Messung der Rotationsbeschleunigung bei einem Schrägaufprall, um das Verletzungsrisiko für das Gehirn zu minimieren.
- Aufpralltests: Die Aufprallgeschwindigkeit wurde erhöht (von 5,5 m/s auf 6,0 m/s) und Tests bei hohen sowie niedrigen Geschwindigkeiten hinzugefügt.
- Rückhaltesystem: Die Festigkeit des Kinnriemens wird genauer geprüft.
- Prüftemperaturen: Niedrig-Temperaturtests werden nun bei -10°C anstatt bisher -20°C durchgeführt.
Bereits seit Juli 2023 dürfen keine Helme mehr nach der alten ECE 22-05 Norm produziert werden.
Woran kann man die Prüfnorm eines Schutzhelms erkennen?
Die Norm eines Helmes kann eindeutig vom Etikett auf dem Kinnriemen abgelesen werden. Manche Helme haben zusätzlich eine Kennzeichnung unten auf der Rückseite des Helms. Entscheidend ist jedoch das Etikett auf dem Kinnriemen.
Hier ein Beispiel eines Schutzhelm-Kennzeichnungsetiketts:
Die relevanten Ziffern sind in diesem Beispiel rot markiert:
- Die ersten zwei Zahlen bestimmen die Version der ECE-Norm (hier 06 = ECE 22-06)
- Der Buchstabe gibt den Helmtyp an (hier P = Integralhelm).
Achtung: die beiden großen Ziffern im Kreis geben nur an, in welchem Land der Helm geprüft wurde. Sie sagen nicht über die erfüllte ECE-Norm aus!